Anfrage zur Entfernung der Kohleöfen aus den Sozialunterkünften

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

immer noch wird in den Sozialunterkünften am Reinersbach die Beheizung der Räumlichkeiten durch Kohleöfen ermöglicht. Neben den erheblichen negativen Aspekten für die Umwelt, bedeutet diese Praxis auch Probleme für die Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkünfte. Eine Studie, die im Fachblatt „Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine“ veröffentlicht wurde, macht die gesundheitlichen Folgen, insbesondere für Kinder, bei dieser Art des Heizens deutlich. Demnach werden Kinder häufiger krank und wachsen schlechter. Sie leiden öfter an Entzündungen der oberen Atemwege und der Lunge. Auch Mittelohrentzündungen treten bei dieser Gruppe gehäuft auf. Als Verursacher der Gesundheitsprobleme machen die Wissenschaftler vor allem krebserregende Stoffe aus, sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Besonders wenn sie an Feinstaub gebunden sind, können sie in die Lunge aufgenommen werden.
In den Haushaltsberatungen wurde deutlich, dass alle Fraktionen hier Handlungsbedarf sehen. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen bittet daher um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Welche verschiedenen Heizungssysteme sind möglich und welche Kosten sind damit verbunden? Sollten keine genauen Beträge benannt werden können, bitten wir um eine Schätzung.

2. Ist es möglich auf Contracting-Lösungen zurückzugreifen?

3. Gibt es Förderprogramme, die insbesondere die Sanierung von Heizungsanlagen oder Sozialunterkünften bezuschussen?

Mit freundlichen Grüßen
gez. Jens Ernesti
Fraktionsvorsitzender

Anfrage zur Entfernung der Kohleöfen aus den Sozialunterkünften


Ergebnis:

„Antrag der Fraktion B90/Die Grünen vom 04.05.2015 zu prüfen, ob anstatt der Kohleöfen ein anderes Heizsystem in den Sozialunterkünften Am Reinersbach unter Berücksichtigung von Förderprogrammen bzw. anderen Finanzierungsmöglichkeiten installiert werden kann. Es entwikelt sich eine lebhafte Diskussion, in der Herr Dr. Räppel auf eine notwendige Grundsatzentscheidung zum Erhalt der Immobilie und zur Gebäudesanierung drängt. Bevor neue Heizungen eingebaut werden, muss aufgrund der schlechten Bausubstanz erst eine umfassende Sanierung erfolgen, weil sonst nur investiert wird, aber keine Einsparung möglich ist. Dieser Antrag soll im BAPLUM behandelt werden.“

(Quelle: Niederschrift über die 9. Sitzung des Rates am 15. Juni 2015)

„Asylbewerberunterkünfte “Am Reinersbach“ 9/11 und 13/15 – H 173 V
Der Architekt Dr. Schmitz präsentiert in einer Powerpoint-Präsentation eine mögliche Neubebauung der Flüchtlingsunterkünfte am Reinersbach 9/11 und 13/15. Dort könnten zwei Gebäude a 600 m² Wohnfläche mit jeweils 10 Wohneinheiten realisiert werden. Der Bürgermeister bemerkt, dass der Rat nur ein Gebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen beschließen wird. Ratsherr Monhof kann sich vorstellen, eine Flüchtlingsunterkunft und ein Gebäude für den sozialen Wohnungsbau zu errichten. Die Kosten werden von Dr. Schmitz mit 2.100 Euro/m² angegeben.
Der Bürgermeister steigt wieder in die Tagesordnung ein und verweist darauf, dass im Haupt- und Finanzausschuss der Beschlussvorschlag aus der Vorlage H 173 V um den Punkt c) nach Fertigstellung der Unterkunft am Reinersbach 9/11 wird das Gebäude am Reinersbach 13/15 abgerissen, erweitert wurde. Nach kurzer Diskussion besteht Einigkeit darüber, über die Punkte a) – c) getrennt abzustimmen. Für den Punkt c) beantragt Ratsherr Sonntag namentliche Abstimmung. Sieben Ratsmitglieder schließen sich diesem Antrag an. Gemäß § 16 Abs. 3 der Geschäftsordnung des Rates vom 16.06.2008 wird dem Antrag stattgegeben.
Beschluss:
a) Das Wohngebäude „Am Reinersbach 9/11“ wird abgerissen und durch einen neuen größeren Baukörper mit einer Wohnfläche von rund 616 m² (Variante 4) ersetzt.

Abstimmungsergebnis:
Zustimmungen:
31 Ablehnungen: –
Enthaltungen: –

Beschluss:
b) Die Verwaltung wird beauftragt, dem Rat der Gemeinde Grefrath eine Nachtragssatzung 2017 vorzulegen.

Abstimmungsergebnis:
Zustimmungen: 31
Ablehnungen: –
Enthaltungen: –

Beschluss:
c) Nach Fertigstellung der Unterkunft am Reinersbach 9/11 wird das Gebäude Am Reinersbach 13/15 abgerissen.

Abstimmungsergebnis:
Zustimmungen: 19
Norbert Hegger, Roland Angenvoort, Rita Baumgart, Bernd Bedronka, Margit Heinze-Süselbeck, Dorothea Heller, Jürgen Henrichs, Bettina Hermanns-Leuf, Norbert Holstein, Hans-Joachim Monhof, Karlheinz Weidenfeld, Olaf Bayer, Werner Mülders, Jens Ernesti, Marcus Lamprecht, Maren Rose-Heßler, Andreas Sonntag, Bettina Wimmers, Bürgermeister Lommetz
Ablehnungen: 12
Georg Fasselt, Markus Funken, Marita Heinze, Wilhelmine Hübecker, Christian Kappenhagen, Elisabeth Lehnen, Dietmar Maus, Claus Möncks, Kirsten Peters, Max Titulaer, Andrea Wolfers, Manfred Wolfers
Enthaltungen: -„

(Quelle: Niederschrift über die 19. Sitzung des Rates am 13.12.2016)

In der Sitzung des Rates am 13.03.2017 wurde im nichtöffentlichen Teil der Sitzung über die Auftragsvergabe der Architektenleistung abgestimmt. Wir GRÜNE freuen uns, dass der Druck der letzten Jahre eine Lösung durch einen Neubau ermöglicht. Die Verwaltung hat hierzu Fördermittel beantragt.

„Auf die Frage von Herrn Ernesti, wie weit die Planungen für die Sozialunterkünfte Reinersbach sind, antwortet Herr Enger. Das Ingenieurbüro Schmitz aus Viersen bearbeitet zurzeit die Genehmigungsplanung und stellt die Unterlagen für den Abrissantrag zusammen. Ein Öffentlich bestellter Vermesser ist beauftragt den Lageplan anzufertigen.“

(Quelle: Bau-, Planungs- und Umweltausschuss am 19.06.2017)

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